Das Rätsel des Gækkebrev

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Bildquelle: commons.wikimedia.org/wiki/Gækkebrev_2.jpg

Was ist ein gækkebrev? Ok, ein Brief (brev) aber wer schreibt hier wem und warum? Und was hat das mit Ostern zu tun? Es hat mich Jahre gekostet, um dieses Rätsel zu lösen…

 

Ich weiß, ich bin etwas spät dran mit meinem Post. Ostern ist schon ein bisschen her. Aber ich dachte ich wollte euch doch nicht vorenthalten, dass ich das Rätsel endlich gelöst habe und nun weiß, was es damit auf sich hat.

Schon 2012 hörte ich das erste mal vom gækkebrev. Ein Brief, den man von einem unbekannten Absender bekommt. Was sollte das sein? Und warum?

Wahrscheinlich etwa ein Jahr später hörte ich von einem Vater, der einen gækkebrev von einem seiner Kinder bekommen hatte, aber nicht wusste, von welchem. Merkwürdig…

Dieses Jahr erzählte mir ein Mädchen, es habe seinem Papa einen gækkebrev geschickt und er schulde ihr jetzt ein Osterei. Was bitte? Warum? Ich will auch ein Osterei!

Und am Ende war es mein Radiosender, der mich aufklärte. Man schreibt einen gækkebrev und zwar meistens in Form eines kleinen Reims oder Gedichts. Man kann daraus ein Rätsel machen, dessen Lösung der Name des Verfassers ist. Der, der den Brief bekommt, muss versuchen zu erraten, von wem er ist. Errät er es jedoch nicht, schuldet er dem Schreiber ein Osterei.

Das ist das Geheimnis des gækkebrev.

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Jahr 5

2014-07-12 10.43.34.jpgOkay, okay, „Dein letzter Artikel erschien vor 7 Monaten“, erinnert WordPress mich freundlicherweise. Nun hat mein fünftes Jahr in Dänemark begonnen. Obwohl 100 prozentig stimmt das ja nicht mehr, denn wohnen tue ich ja mittlerweile wieder in Deutschland.

Als ich 2012 nach Dänemark kam hatte ich unglaubliches Glück eine Wohnung zu finden, die in gutem Stand und absolut bezahlbar war. Leider musste ich aus dieser Wohnung im Sommer letzten Jahres ausziehen. Die Suche nach einer neuen Wohnung war schwierig und so habe ich beschlossen auf beiden Seiten der Grenze zu suchen. In Deutschland wurde ich dann fündig und so kam es, dass ich einen Haufen Papierkram erledigen musste, um wieder nach Deutschland einzuwandern. Und ich sage euch, nach Deutschland einwandern ist schwerer als aus Deutschland nach Dänemark auswandern. Aber ich habe alle bürokratischen Hürden gemeistert und fühle mich nach wie vor in beiden Ländern zu Hause.

Jeden Tag kreuze ich nun die Grenze zwischen Deutschland und Dänemark. Ich wechsele leichter denn je von Deutsch zu Dänisch und wieder zurück. Ich verstehe die Dänen, und das nicht nur rein sprachlich. Rückblickend ist mir gelungen, was ich mir Anfang 2012 gewünscht habe. Ich habe Dänemark, seine Kultur, seine Sprache und seine Menschen kennen und lieben gelernt. Das fünfte Jahr. Ich bin noch hier. Habe allen Stürmen standgehalten. Habe Müll trennen neu gelernt und wieder umgelernt. Kenne die dänische Musik, die aus meinem Radio kommt besser als die deutsche. Habe einen dänischen Führerschein und kenne trotzdem die Tücken des dänischen öffentlichen Personennahverkehrs. Kenne alle cykelstier in Tondern. Habe eine CPR-Nummer. Weiß die Vorteile der dänischen Digitalisierung so richtig zu schätzen, seitdem ich wieder in Deutschland wohne und sich die Briefe überall stapeln. Wo soll man bitteschön hin mit all dem unnötigen Papier??? Ich habe mich eingelebt im Norden Deutschlands, im Süden Dänemarks. 

Ich wusste selten so wenig darüber, was das vor mir liegende Jahr mir bringen wird, wie in diesem Jahr. Ganz oben auf der Wunschliste steht: Noch mehr von diesem schönen Land erkunden. Ich wohne seit über vier Jahren hier und kenne eigentlich nur den südlichsten Landesteil und ein bisschen von Kopenhagen. Århus? Odense? Skagen? Oh Kalle Ka, vor uns liegen einige Kilometer!

Irgendwie müssen die ja ans Meer kommen

Da fährt man (als Neu-Autobesitzer) nichts ahnend über dänische Landstraßen und nähert sich langsam aber sicher einem der in diesem Land so beliebten Kreisverkehre, die ja eigentlich dazu dienen, den Verkehrsfluss… naja flüssig zu halten eben. Doch dann, der irritierende Anblick: Es staut sich an der Kreiseleinfahrt. Nicht nur in meiner Fahrtrichtung, nein auch links und rechts und gegenüber haben sich lange Schlangen gebildet. Was ist denn hier los? Ah ja, ein Mann in leuchtend gelber Jacke entfernt gerade alle Verkehrsschilder, die praktischerweise einfach aus ihrer Halterung gezogen werden können. Geht es jetzt nicht mehr nach Süderlügum, Ribe und Tønder hier? Sollen wir den Kreisel vielleicht andersherum fahren? Und wieso legen andere Männer in ebenso leuchtenden Jacken große Metallplatten an die Außenränder des Kreisels?

Ein großes ? klafft auf meiner Stirn. Doch dann sehe ich es! Es nähert sich ein riesengroßes Ungetüm langsam besagtem Kreisel. Da fährt ein Windrad, naja kein ganzes, aber immerhin ein beträchtlich großes Teil davon unter Begleitschutz und mit blinkenden Lichtern in unter-Schrittgeschwindigkeit durch den vor mir liegenden Kreisel.

Naja, das kann einem natürlich in Deutschland auch schon mal passieren, da habt ihr wohl recht… Allerdings konnte ich bereits mehrmals Zeuge dieses Schauspiels werden. Und ich stelle die mutige Behauptung auf, dass Schwertransporte mit Windrädern in Dänemark für kaum einen ein überraschender Anblick sind. Wenn ich mal wieder in einem so ungewöhnlichem Stau stehe, mache ich euch ein Foto 🙂