Das Abenteuer Führerschein – Teil 3

Hürde Nummer 9: Termine, Termine, Termine

Oder auch, die Woche in der ich fahren lernte… Oder auch nicht!? 5 Tage – 5 Fahrstunden – 2 mal Theorie und ach ja nebenbei noch arbeiten und mein Ponychen versorgen. Wie genau es kam, dass ich plötzlich 5 Fahrstunden in einer Woche hatte, weiß ich auch nicht mehr so ganz genau. Ich muss schon sagen, diese Woche hatte es in sich aber und dass ist das Gute daran, ich habe sehr sehr viel gelernt, ich kann die noch vor mir liegenden Hürden bald an einer Hand abzählen und ich habe sowohl die Nachtfahrt als auch die Autobahn hinter mir. Die Termine abzusprechen und das ganze Vorhaben geheim zu halten entwickelt sich langsam zu einer eigenen Hürde. Bis jetzt funktioniert es aber noch ganz wunderbar und so erspare ich mir weiterhin alle blöden Fragen nach dem Motto: Was macht denn dein Führerschein?

Hürde Nummer 10: Schleudertrauma?!

Er ist gekommen. Der Tag vor dem ich am meisten Angst hatte. Eigentlich der einzige Teil der Fahrausbildung vor dem ich Angst hatte. Morgens sammelt uns ein Mini-Van ein. Sechs Fahrschüler auf dem Weg nach Frederecia. Nach 1,5 Stunden Fahrt quer durch Dänemark sind wir da. Es wird ernst. Jeder bekommt ein feines, kleines Auto. VW Polo. Silber. Nummer 3 steht drauf. Kein Fahrlehrer nimmt an meiner Seite Platz. Ich bin ziemlich auf mich allein gestellt. Eigentlich ist das ganze, wie meine erste Fahrstunde, denn wir befinden uns wieder auf einem geschlossenen Übungsplatz. Der einzige Unterschied: dieses Mal fahren wir schneller als nur Schneckentempo und dieses Mal wird die Fahrbahn geflutet. Wir sind auf einer sogenannten fahrttechnischen Anlage. Ein Fahrsicherheitstraining ist Pflicht für alle Führerscheinaspiranten in Dänemark und so muss auch ich diese nervenaufreibende Mutprobe überstehen. Es geht ganz gemächlich los. Vollbremsung, Ausweichmanöver auf trockener und komplett nasser Straße. Immer wieder wird die Geschwindigkeit erhöht und die Reifen beginnen zu quietschen und zu qualmen. Die nächste Anweisung: aufs Wasser fahren, Kupplung treten, Handbremse ziehen. Oh, oh. Mein kleines Auto dreht sich wild durch die Gegend und ich bin vollkommen machtlos. Dann kommt es nach einer gefühlten Ewigkeit zum Stehen. Bum, bum.. bum, bum macht mein Herz aber eigentlich war es gar nicht so schlimm. Auch nach mehrmaligen Versuchen schaffe ich es übrigens im Gegensatz zu meinen Mitstreitern nicht dem lustigen Schleifen-drehen entgegenzuwirken, denn dazu müsste man merken in welche Richtung sich das Hinterteil des Autos bewegt und das ist meinem sonst so gutem Gleichgewichtssinn einfach nicht gelungen. Zum Formel 1 Fahrer tauge ich also vielleicht doch nicht aber vor einem Fahrsicherheitstraining habe ich jedenfalls keine Angst mehr!

Hürde Nummer 11: Teoriprøve bestået

Eine ziemlich normale Hürde bei Erwerb eines Führerscheins ist die Theorieprüfung. Und natürlich ist auch die in Dänemark etwas anders als in Deutschland. Um es vorweg zu nehmen: Bestanden beim ersten Versuch 🙂 So, und wie ist das nun in Dänemark mit der Theorieprüfung? Naja Sie besteht aus 25 Fragen. So weit – so normal. Mittels Beamer wird immer eine Situation aus dem Straßenverkehr an die Wand geworfen und eine synthetische Stimme erklärt die Situation. Man kann nur gut zuhören, denn man hat nicht die Möglichkeit die Frage nochmal durchzulesen. Dann folgen 2 bis 4 Fragen oder Antwortmöglichkeiten. Auf einem Antwortbogen muss man dann nur noch ja oder nein ankreutzen. Beim Üben am Computer sieht das so aus:

Die Frage lautet: Worauf musst du hier besonders aufmerksam sein?

1. Ich fahre auf die Autobahn.

2. Ich fahre auf eine Kraftfahrstraße.

3. Nach den Schildern ist die höchste zugelassene Geschwindigkeit 80 km/h.

4.  Nach den Schildern ist die höchste zugelassene Geschwindigkeit 90 km/h.

Nein, ja, nein, ja. Fertig. Die Frage nach der besonderen Aufmerksamkeit ist am häufigsten, dicht gefolgt von Fragen wie: „Du fährst 80 km/h. Hinter dir sind keine Fahhrzeuge. Was machst du nun?“ Geschwindigkeit und andere Verkehrsteilnehmer sind dabei auswechselbar.

Eigentlich gar nicht so schwer aber, wie ich finde, sehr nah an der Praxis, was man von der deutschen Theorieprüfung nicht in dem Ausmaß behaupten kann (finde ich). Ich habe jedenfalls gelernt, meine Aufmerksamkeit auf die Dinge zu richten, die in dem Moment besonders wichtig sind. Naja Hauptsache bestanden. Hürde Nummer 11 – überwunden.

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