Tønder Festivalen

An diesem Wochenende habe ich bis jetzt folgendes gelernt:

1. Es ist Tønder festival, wenn die ganze Stadt beginnt Musik zu leben und zu atmen. Es erklingt aus allen Ecken und Winkeln. Wer nicht selber ein Instrument spielt oder singt, schmeißt eben den guten alten CD-Player oder ein ähnliches Gerät an. Und so findet man in der Einkaufsstraße an jeder Ecke Menschen wie diese hier:

2. Es ist Tønder festival, wenn Parkanlagen zu Parkflächen werden, Menschen im Garten ihrer Bekannten und Verwandten campen und überhaupt jeder Zentimeter in der Stadt zum Abstellen diverser Fahrzeuge gebraucht wird.

3. Es ist Tønder festival, wenn die Innenstadt entgegen ihrer normalen Auslastung vollkommen überfüllt erscheint.

4. Es ist Tønder festival, wenn Tondern sich so richtig rausputzt.

5. Es ist Tønder festival, wenn alle Restautants in Tondern anbauen müssen.

6. Es ist Tønder festival, wenn Gummistiefel zum absoluten modischen Must-Have werden.

So und nun bin ich auch schon fast wieder mit dem Festival versöhnt, obwohl es mir meinen Schlaf raubt… Aber etwas, das so eine gute Atmosphäre verbreitet und so vielen Leuten Spaß macht, kann man ja eigentlich auch nicht nicht mögen.

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An zwei Orten gleichzeitig

Heute habe ich einen wunderbaren Ausflug an die deutsch-dänische Grenze machen dürfen und ein paar Fotos gemacht, die sinnbildlich für mein nicht mehr ganz so neues Leben hier in Dänemark sind. Denn hier seht ihr mich, mit einem Bein in Deutschland und mit einem Bein in Dänemark. An beiden Orten gleichzeitig sozusagen. Und häufig fühlt sich mein Alltag genauso an. Der Wechsel von Deutsch zu Dänisch und zurück ist mittlerweile das normalste der Welt. Meine Bücherei ist ein Stück Deutschland, doch tritt man vor die Tür, so holt einen die Realität meiner Wahlheimat schnell ein, wenn man im Supermarkt mit Kronen statt Euros bezahlt und überhaupt alles so dänisch aussieht. Man realisiert erst wieder „Ach ja ich bin ja ausgewandert“. Viele Kleinigkeiten, die man sich immer wieder in Erinnerung ruft, bevor sie doch zur Alltäglichkeit werden. Denn das will man eigentlich nicht. Man will gerne in jedem Schild, den schönen zweispurigen Radwegen und an den Waren im Supermarkt sehen, dass es immer noch wahr ist, dass man immernoch in seinem Wunschland wohnt. Viel zu schnell wird alles normal und gewohnt. So bringt mir jedes Æ, Ø oder Å ebenso ein Lächeln ins Gesicht, wie jeder Tag an dem ich dem Verkäufer im Rausgehen ein tak zurufe oder meinen Freunden ein fröhliches Vi ses! Die Freuden des Auswanderns findet man in den alltäglichen Kleinigkeiten und ich versuche sie immer wieder zu sehen und nicht im Alltagsstress aus den Augen zu verlieren. In diesem Sinne jetzt endlich meine Bilder aus Rudbøl bzw. Rosenkranz. An zwei Orten gleichzeitig.