Urlaubsfeeling und Alltagsstress

Der Wind weht jetzt nicht mehr so kalt wie noch vor ein paar Wochen. Der Himmel ist häufig bedeckt.  Ab und zu fallen ein paar Tropfen Regen aus der lockeren Wolkendecke. Auch der Regen ist jetzt anders, als noch vor ein paar Wochen, er geht einem nicht mehr bis auf die Knochen, ist vielmehr eine kleine Erfrischung. Ich fahre mit meinem Fahhrad durch die typisch dänischen Wohngebiete mit ihren einstöckigen meist gelben Häusern und sehe die rot-weißen Wimpel im Wind flattern. Urlaubsfeeling pur. Jedenfalls bei mir. Da kommen Kindheitserinnerungen hoch, verbrachten wir doch so oft die Osterferien im schönen Dänemark.

Man könnte schon denken, man wäre im Urlaub, doch dann trifft man auf der Straße ein bekanntes Gesicht. Ach ja, das war doch die Leserin, die gestern das neue Buch von Jussi Adler-Olsen ausgeliehen hat. Manchmal ist es leichter sich zu merken, was jemand ausgeliehen hat, als dessen Namen. Ich grüße freundlich und merke, dass ich doch nicht im Urlaub bin und wir auch nicht mehr das Jahr 1995 haben. Es gibt allerdings noch andere Dinge, die mich diese Tatsache erkennen lassen.

So langsam fühle ich mich in Tondern immer mehr zu Hause. Ich merke das, wenn ich mal einen Kurzurlaub in meiner „alten Heimat“ mache. Komme ich dann zurück und steige erschöpft am Tonderner Bahnhof aus dem Zug, so fühle ich Erleichterung und Freude: endlich wieder zu Hause (auch wenn es in meinem alten Zuhause immer wieder sehr schön ist). Ich kenne mittlerweile die Straßen meiner neuen Stadt, wenn auch nicht mit Namen, so weiß ich doch wenigstens, wo sie hinführen und was für Häuser am Straßenrand stehen. Auch die morgendliche Begrüßung bei meinem Lieblingsbäcker hat einen wärmeren Ton bekommen, auch wenn ich ab und zu Schwierigkeiten habe das Wort gulerodsboller über die Lippen zu bekommen. Bei chokoladeboller und rosinboller klappt das deutlich besser, vielleicht ist das der Grund, warum ich diese öfter bestelle?!

Es hat sich ein wunderbar regelmäßiger Alltag eingestellt und wenn ich in meinem Titel über Alltagsstress schreibe, so ist dies nicht ganz so wörtlich zu nehmen. Klar ist es manchmal eine Überwindung am Abend noch raus zu Blika zu fahren, erst recht, wenn es gerade mal wieder regnet oder der Wind aus der falschen Richtung kommt. Aber am Ende des Tages bin ich doch froh, mich überwunden zu haben und auf dem Weg eben die Eindrücke sammeln zu können, die mir dann wieder dieses wunderbare Urlaubsgefühl geben. Wer könnte es mir übrigens bei diesen Bildern nicht nachempfinden?

Advertisements

Mal ganz was anderes

Hallo!

heute soll es mal um den Grund meiner Auswanderung gehen, meinen Job. Ich habe bei einem Projekt mitgemacht, wo es darum ging zu beschreiben, was diesen Job für mich ausmacht. Meinen Bericht findet ihr hier.

Viel Spaß beim Lesen!

No piece of cake… oder doch?

Auf Englisch gibt es ein Sprichwort. Wenn man sagen will, dass etwas ganz und gar nicht einfach ist, dann sagt man „that’s no piece of cake“ – frei und wörtlich übersetzt heißt das: „das ist kein Stück Kuchen“. Rein theoretisch würde ich sagen, das Auswandern nach Dänemark ist auf keinen Fall ein Stück Kuchen, sondern eine ziemlich aufregende und manchmal auch schwierige Zeit. Aber dann schaue ich mich um und stelle fest, dass es irgendwie doch ein Stück Kuchen sein muss. Denn Kuchen ist ein essentieller teil dänischer Kultur. Jedenfalls scheint es so, wenn man die Kreativität und Vielfalt an dänischen Kuchentheken bewundert. Hier eine Auswahl vom Bäcker bei Kvickly.

Die Hauptbestandteile: Marzipan, Sahne und Butter. Schon Siegfried Lenz schrieb auf Grund dieser Tatsache ein Buch mit dem Titel „Kummer mit jütländischen Kaffeetafeln“, wobei ihn auch die Uhrzeit, zu der diese Kaffeetafeln mit den überaus kalorienreichen Sünden abgehalten werden, wohl dazu verleitete die dänischen Kuchenspezialitäten in ein einem eher negativen Zusammenhang zu beschreiben. Denn glaubt man Lenz, so werden diese typischerweise so gegen 21 Uhr abgehalten.

Es gibt die wunderbarsten Küchlein übrigens auch in der „To-Go-Variante“ für die Eiligen. Im Supermarkt. Mein Beispiel von SuperBest.

Wenn also das Auswandern in dieses Land kein Stück Kuchen ist, dann weiß ich auch nicht, was es sonst sein soll?!Ich jedenfalls bin (fast) schon überzeugt: Auswandern nach Dänemark – a piece of cake. Oder um es in der Kuchensprache meiner Chorlehrerin aus den USA zu sagen: the icing on the cake. Frei Übersetzt: das I-Tüpfelchen 🙂