Wind ist nicht gleich Wind

Heute ist mir bewusst geworden, dass ich in den letzten vier Monaten zwei Dinge gelernt habe.

1. Der Wind stirbt nie. Er ist immer da, wenn man hier an der Westküste lebt. Die einzige Art dem Wind zu entgehen, ist sich in Gebäuden oder in windgeschützen Ecken vor ihm zu verstecken. Doch sobald man einen Fuß vor die Tür setzt packt er einen wieder. Er pustet einen vorwärts oder bremst den Schritt (oder den Schwung beim Fahrrad fahren). Er ist wie ein ständiger begleiter, den man niemals sieht. Merken tut man ihn aber immer.

Und das bringt mich zu 2. Wind ist nicht gleich Wind. Es gibt lauten Wind, der um die Ecken pfeift oder ein permanentes Rauschen erzeugt, es gibt leisen Wind, den man erst bemerkt, wenn man schon draußen ist. Es gibt Wind bei Regen und Wind bei Sonnenschein. Es gibt den Wind, der einem ins Gesicht schlägt und jeden Meter mit dem Fahrrad zur Qual macht. Es gibt kalten Wind, warmen Wind, der einem ums Gesicht schmeichtelt und die Haare in alle Richtungen verzwirbelt. Manchmal streichelt er sanft um dein Gesicht und fühlt sich ganz weich an. An anderen Tagen ist er hart wie tausend kleine Nadelstiche im Gesicht. Nur eines ist er nie: still. Drum gilt für alle Frauen: Feste Zöpfe flechten, Drei-Wetter-Taft oder eben doch Sturmfrisur jeden Tag. Zum Glück habe ich in den letzten vier Monaten auch gelernt, den Wind zu mögen. Wenn er warum und weich ist, wenn er mich mit dem Fahrrad 5 Minuten schneller zum Stall schiebt, wenn er viele rot-weiße Dannebrog vor blauem Himmel mit weißen Schäfchenwolken flattern lässt,  und wenn er mich an Windsurfen und Drachen steigen erinnert.

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2 Kommentare zu „Wind ist nicht gleich Wind

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