CPR

Die drei wichtigstens Buchstaben für Auswanderer nach Dänemark.

Endlich war es soweit. Nach langem Warten. Endlich gehörte ich dazu. Endlich hatte ich alle Möglichkeiten. Endlich hatte ich eine CPR-Nummer. Der Weg dorthin war aufregend und nur ein wenig komplizierter als erwartet. Doch der Reihe nach: was ist eigentlich eine CPR-Nummer? Ich sehe diese Frage förmlich in euren Gesichtern, während ich diese Zeilen schreibe.

Die CPR-Nummer ist der Universalschlüssel zum Leben in Dänemark. Sie öffnet alle Türen, jedoch bleiben ohne sie auch genauso viele Türen verschlossen oder sind nur mit einem Brecheisen zu öffnen und mit viel Kooperationswillen des Türstehers.  Die CPR-Nummer ist die Nummer, mit der man im Zentralen Personenregister (Det Centrale Personregister) eingetragen ist. Sie wird auch Personennummer genannt. Hat man es nach zwei bis drei Behördengägngen und einer mehr oder weniger langen Wartezeit geschafft endlich eine Personennummer zu bekommen, so kann man sich glücklich schätzen, denn erst jetzt kann das Leben in Dänemark so richtig an Fahrt aufnehmen. Stolz präsentiere ich also beim Eröffnen meines Kontos meine Krankenversichertenkarte, denn diese bekommt man, sobald man eine CPR-Nummer hat. Die Sygesikringskort oder Sundhedskort wird in Dänemark ähnlich wie der Personalausweis in Deutschland benutzt. Und schon ist das Eröffnen eines Kontos kein Problem. Ebenso bei der Anmeldung von Telefon, Internet und Handy. Einfach die CPR-Nummer eingeben und schwups hat der Anbieter auch schon alle nötigen Daten (Adresse und Name) aus dem Register gezogen. Beim ersten Versuch eine dänische Handynummer zu bekommen, musste ich die Frage „Har du et cpr nummer?“ leider verneinen und unverrichteter Dinge wieder von Dannen ziehen. Doch nun hatte sich auch diese Tür für mich wie durch Zauberhand geöffnet. Nur mit den magischen zehn Ziffern. Diese Nummer ist zwar lang, aber dennoch leicht zu merken, denn sie besteht zu einem großen Teil aus meinem Geburtsdatum. Was natürlich zur Folge hat, dass die Bibliothekare der dänischen Bibliothek jetzt ebenso wissen, wann ich geboren bin, wie die Apothekerin, bei der ich neulich ein Rezept abholte oder die Angestellten meiner Arbeitslosenversicherung. Aber wenn man ehrlich ist, hätten die meisten davon auch in Deutschland nach meinem Geburtsdatum gefragt. Hier bekommen sie es eben ungefragt auf dem goldenen Tablett serviert.

Mittlerweile muss ich meine CPR-Nummer nicht mehr ständig irgendwo angeben, was daran liegt, dass die meisten Anmelde-Vorgänge abgeschlossen sind, dennoch bin ich jedesmal ein bisschen stolz, wenn mich jemand fragt: „Har du dit cpr-nummer?“ und ich ohne zu zögern antworten kann: „Ja, det har jeg.“

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