Schmuddelwetter und sprachliche Stimmungsschwankungen

Der Frühling ist endlich da und was bringt er mit? Regen, Regen, Regen und ab und zu mal Sturm. Ein richtiges Schmuddelwetter. Da ist man froh, dass man in der Bücherei warm und trocken sitzt und für den Weg nach Hause einen Regenschirm in der Tasche hat. Aber ich will mich nicht beschweren, schließlich scheint hier auch oft genug die Sonne. Ich glaube die ersten acht Wochen hat sie durchgängig geschienen und mir den Start hier so ziemlich erleichtert. Da darf sie jetzt auch mal eine Pause machen, die Frau Sonne.

Mittlerweile sind seit dem Beginn meines Abenteuers Auswandern schon drei Monate vergangen. Zeit für ein Mini-Fazit, finde ich.  Nur wie kann man eine solche Zeit beschreiben?

Man könnte es mit vielen Adjektiven („Wie-Wörtern“) versuchen. Wie war diese Zeit? Wie war ich in dieser Zeit?

 aufregend, spannend, neu, fremd, hyggelig, anstrengend,

bürokratisch, mutig, windig, verunsichert, geduldig, ungeduldig, kurz,

winterlich, dänisch, deutsch, deutsch-dänisch, schwierig, verwirrend,

lustig, chaotisch, abwechslungsreich, lehrreich, herausfordernd, überraschend…

Ok, ich sehe ein, dass würde zu lange dauern und ist wahrscheinlich auch nicht für jeden verständlich. Vielleicht klappt es besser mit Zahlen? Wie wäre es mit einer kleinen Statistik des Auswanderns?

Zeitraum des „neuen Lebens“ bis dato in Tagen: 101

Arbeitstage: 66

durchgeführte Büchereiveranstaltungen: 5

Termine bei Ämtern: 4

Sprachunterricht in Stunden: 0

Ausritte: ca. 20

Heimaturlaube: 2

neue Telefonnummern in meinem Handy: 10

gelesene Bücher: 3,5

dänische Brötchen gegessen: 4

Naja, ich glaube so kommen wir auch nicht weiter. Eine turbulente Zeit liegt hinter mir und ebenso aufregende Tage liegen vor mir. Ich lerne trotz 0 Stunden Sprachunterricht immer mehr Dänisch auch wenn ich an manchen Tagen das Gefühl habe, dass außer mir hier keiner Dänisch spricht… Sonst würde ich die Leute ja verstehen, nicht? So äußern sich diese sprachlichen Stimmungsschwankungen: Mal versteht man jedes Wort und an anderen Tagen versteht man nur Bahnhof. Das ist nicht nur schwierig und anstrengend, es schlägt auch auf die Stimmung. Kommt so ein Tag, an dem einem die Worte fehlen und man sich fühlt als sitze man auf einer Seite dieser Sprachmauer und alle anderen sitzen fröhlich plauschend auf der anderen, so kann man eigentlich nur mit den Schultern zucken und sich sagen: „Morgen fange ich von vorn an und mache alles besser“.

In diesem Sinne: Bis morgen! 🙂

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