Ganz einfach halt oder? Nem nemlig.

Beim Einrichten meines Kontos bei der Sparkasse ist sie mir zum ersten Mal begegnet. Die NemID. Zu Deutsch: EinfachID. Die braucht man, um sich beim Online-Banking einzuloggen. So weit so gut. Ganz einfach halt. Die Bankangestellte erklärt: „Du bekommst einen Brief mit einem vorübergehenden Passwort. Und dann bekommst du einen anderen Brief mit deiner Nøglekort (so etwas wie eine TAN-Liste) und dann bekommst du noch einen Brief mit…“ Naja ihr wisst schon: ganz einfach halt.

Einige Tage später trudeln alle angekündigten Briefe bei mir ein. Super, dann kann ich ja jetzt schnell mal meine Miete überweisen. Schließlich wartet mein Vermieter darauf schon seit fast zwei Monaten. Also rein ins Internet und die Seite meiner Bank aufgerufen. Benutzername eingeben, vorläufiges Passwort eingeben und schon kann’s losgehen… Oder auch nicht. Ein Pop-up-Fenster öffnet sich und ich werde darauf hingewiesen, dass ich mich zum ersten Mal eingeloggt habe. Wusste ich ja auch noch nicht. Als nächstes wird abgefragt, ob ich meine NemID denn auch für andere Dienste nutzen möchte? Andere Dienste? Nein denke ich und lehne ab. Ein Fehler, denn ich habe zu diesem Zeitpunkt den Sinn und Zweck des NemID-Systems noch nicht durchschaut. Zu einem späteren Zeitpunkt bekomme ich erneut einen Brief. Eine Auffordernug der K0mmune eine eBoks einzurichten. Das spart Papier und erleichtert die Kommunikation. Achso. Man ist ja gerne kooperativ, also Internetseite aufgerufen und angefangen. Einloggen mit den gleichen Daten wie beim Online-Banking? Sicher? Naja, mal sehen, was passiert. Und wieder werde ich gebeten meine Zustimmung zu geben, die NemID für öffentliche Dienste einzurichten. Ohne Zustimmung, keine eBoks. Also zugestimmt. Und jetzt erschließt sich mir das ganze Ausmaß des NemID-Systems. Mit Hilfe dieses Log-Ins kann man sich nämlich nicht nur beim Online-Banking anmelden, nein man findet das selbe Anmeldefenster auch auf den Internetseiten des Finanzamts, der Kommune, der öffentlichen Bibliotheken und auf der nationalen Gesundheitsseite sundhed.dk. Einmal eingeloggt, kann man zwischen diesen Seiten wechseln und findet überall sämtliche Aufzeichnungen über sich selbst. Eine Art digitale Akte, wenn man so will. Auf sundhed.dk kann ich zum Beispiel nachlesen, wann ich welche Medikamente von meinem Arzt bekommen habe und auf skat.dk kann ich Einblick in meine Steuerkarte nehmen und sehen, dass meine Firma sich diese heruntergeladen hat. Wahrscheinlich kenne ich bis heute nicht alle Seiten auf denen man sich mittels seiner Nem-ID einloggen kann. Ganz einfach.

Also gar nichts faul im Staate Dänemark? Nun ja darüber bin ich mir mit mir selbst noch nicht so ganz einig. Doch sobald ich mir hierüber eine ausführliche Meinung gebildet habe, erfahrt ihr es als erstes! So einfach ist das nämlich. Nem nemlig.

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2 Kommentare zu „Ganz einfach halt oder? Nem nemlig.

  1. Ein herlicher Bericht. Du schreibst ganz gut, und das macht spass zu lesen wie die däniche Altag für ein Ausländer aussieht!
    Ich habe eigenlich gedacht das sowas ähnliches auch in Deutschland gibt 🙂

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